Nürnberg Falcons unterliegen Jena nach intensivem Auswärtsspiel

Nürnberg/Jena - Die Nürnberg Falcons haben ihr gestriges Auswärtsspiel bei Medipolis SC Jena mit 88:71 (47:47) verloren. Ohne den verletzten Evan Taylor in ihren Reihen zeigten die Mittelfranken vor allem in der ersten Halbzeit eine sehr solide und spielerisch ansprechende Leistung. Nach der Pause lief das Team von Vytautas Buzas lange einem Rückstand hinterher, der gegen die starken und tiefbesetzten Gastgeber in der Schlussphase trotz eines tollen Fights nicht mehr aufzuholen war. In dem Wissen, auch mit einem Top-Team wie Jena mithalten zu können, startet nun die Vorbereitung für das Heimspiel am kommenden Samstag gegen Rekordmeister Leverkusen.

Spieltag 2 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga und für die Nürnberg Falcons ging es gleich auf die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison. Der Reisebus von Arztreisen machte sich pünktlich gegen Mittag auf den Weg nach Thüringen. Viele Plätze waren besetzt, doch war schon bei der Abfahrt klar, dass Evan Taylor aufgrund einer Oberschenkelverletzung nur als Reisebegleitung mit dabei sein würde. Beim Tip-off in der Sparkassen-Arena vertraute Coach Buzas auf dieselbe Starting 5, die schon vor einer Woche beim erfolgreichen ProA-Heimdebüt gegen Artland auflief: Tim Köpple, Jonathan Maier, Roland Nyama, AJ Davis Jr. und Dupree McBrayer. Der US-Guard war es auch, der die Partie mit einem schönen Fade-away eröffnete (0:2). Jenas neuer Big Man Clint Chapman antwortete prompt von außen zum 3:2. Nürnberg konnte das gesamte Viertel über als Team gut mithalten und ließ sich auch von einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen - im Gegenteil. Nach einem Dreier von Rayshawn Simmons (18:15) sorgte Tim Köpple mit viel Energie und vier Punkten in Folge erst für den Ausgleich und dann für die viel umjubelte 18:19-Führung. Die mitgereisten Fans waren begeistert, mussten in der Folgezeit aber mitansehen, wie ihre Mannschaft zum Viertelende einen 7:0-Run kassierte und nach zehn Minuten 25:19 hinten lag.


Falcons können Flughöhe nicht halten

Der Lauf von Jena setzte sich auch im zweiten Viertel fort und Falcons-Coach Vytautas Buzas sah sich früh zu einer Auszeit gezwungen (29:19). Fortan schien sein Team wieder ready für das Duell mit dem Favoriten zu sein. Angeführt vom starken AJ Davis legten die Falcons ein 28 Punkte-Viertel hin und brachten Jena immer wieder in Verlegenheit. Defensiv stand man gut und offensiv ließ man klug Ball und Gegner laufen. Lohn war ein so nicht zu erwartender 47:47-Pausenstand der Marke #falkenstark. So hätte es gut und gerne weitergehen können, doch vom ersten Ballbesitz in Halbzeit 2 an schienen die Mannen von Domenik Reinboth nun erst zu machen. Routinier Brandon Thomas schaltete sich ein, Julius Wolf und Nico Brauner lieferten und nach 26 Spielminuten sahen sich die Falcons mit einem 64:55-Rückstand konfrontiert. Offensiv fehlten zu dieser Zeit Zielstrebigkeit und Treffsicherheit, während Jena einfach abgezockter und effektiver auftrat. So war Roland Nyamas Dreier-Lebenszeichen zum 64:58 ebenso wichtig wie sehenswert. Es sollten aber die letzten Nürnberger Punkte in diesem Durchgang bleiben, der mit 21:11 an Jena ging und den Hausherren nach 30 Minuten eine 68:58-Führung bescherte.


Die Spitzenmannschaft setzt sich durch


Teams und Fans in der Halle sowie daheim am Live-Stream stand ein spannendes Schlussviertel bevor. Das Hygienekonzept des ehemaligen BBL-Clubs wurde erst wenige Tage vor dem Spiel gegen Nürnberg genehmigt. Es war aber allen Anwesenden anzumerken, wie groß auch hier die Freude über die Fan-Rückkehr war. Die Stimmung in der Sparkassen-Arena war gut und fair, wozu auch die ca. 30 mitgereisten Nürnberger Fans ihren Teil beitrugen. Auf dem Parkett waren es zu Beginn des letzten Viertels vor allem die Gastgeber, die Akzente setzten. Nürnberg hatte nur wenig Zugriff auf die Partie und fand offensiv kaum ein Mittel um zum Korberfolg zu kommen. Jena agierte im oft zitierten „Stile einer Spitzenmannschaft“ und setzte sich Punkt um Punkt ab. Rückkehrer Alex Herrera erhöhte für Jena nach gut 34 Minuten auf 79:62 und gefühlt war das bereits die Entscheidung. Die Falcons hatten aber andere Pläne. Sie zeigten viel Herz und Moral und kämpften sich drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch einmal auf 12 Punkte bzw. 81:69 heran, was Domenik Reinboth noch einmal zu einer Auszeit zwang. Ging da noch was für Nürnberg? Leider nein. Die Energie-Reserven reichten nicht und ohne Evan Taylor fehlte einer der Schlüsselspieler, der hier eventuell noch den Unterschied hätte machen können. Schlussendlich gewann das Team von Medipolis SC Jena mit 84:71 und behält damit in der ProA als einer von fünf Standorten weiter eine weise Weste. Heute Abend könnte sich diese Anzahl beim Duell Hagen (1:0) vs. Vechta (0:1) aber ändern. Für Nürnberg geht es am kommenden Samstag weiter mit dem Heimspiel gegen die Bayer Giants Leverkusen. Tip-off ist 18.30 Uhr.

Der Blick geht nach vorne


Nürnbergs Trainer Vytautas Buzas konnte dem Ergebnis und dem Spielverlauf wenig Positives abgewinnen: „Wenn wir so verlieren wie heute, können wir nicht zufrieden sein, auch wenn es gegen ein Top-Team der ProA ging. Wir wussten vor dem Spiel, dass wir noch einen weiten Weg zu gehen haben und das haben diese 40 Minuten noch einmal deutlich gemacht. Jetzt geht der Blick nach vorne. Mit Leverkusen haben wir es am Samstag schon mit der nächsten Spitzenmannschaft zu tun“.


Punkteverteilung Nürnberg Falcons: Davis Jr. 14 Pts., Maier 12 Pts., McBrayer 11 Pts., Schröder & Nyama je Pts., Köpple 6 Pts., Moyer & Feneberg je 5 Pts., Maukner 0 Pts., Eckert DNP


Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 9 (-1), Defensiv-Rebounds 20 (-4), Assists 15 (-6), Steals 8 (+2), Turnover 16 (-1), Blocks 3 (+2), Fouls 25 (+6)


(Foto by Christoph Worsch / Medipolis SC Jena)