Nürnberg Falcons verlieren in Rostock

Nürnberg/Rostock – Nach sechs Siegen in Folge mussten die Nürnberg Falcons am gestrigen Sonntag wieder eine Niederlage einstecken. Dabei konnte die Mannschaft von Coach Vytatuas Buzas bei den ROSTOCK SEAWOLVES in Halbzeit 1 noch gut mithalten und zwischenzeitlich sogar in Führung gehen. Nach dem Seitenwechsel spielten sich die favorisierten Hausherren aber dann in einen Rausch, dem dezimierte Mittelfranken nicht mehr viel entgegenzusetzen hatten. Am Ende verlor Nürnberg mit 105:70 (51:40) und bereitet sich nun auf vier weitere Auswärtsspiele am Stück vor.

Mit einem neun Mann starken Kader und ohne den angeschlagenen Kapitän Sebastian Schröder machten sich die Nürnberg Falcons bereits am Samstag auf den Weg zu den ROSTOCK SEAWOLVES, die das Duell mit dem Tabellennachbarn durchaus als „Top-Spiel“ bezeichneten. Beim Tabellendritten hielt man den Ball deutlich flacher und ging als klarer Außenseiter in die Begegnung. Davon war im ersten Viertel jedoch nichts zu sehen. Die Gäste spielten selbstbewusst auf und erzielten die ersten vier Punkte der Begegnung (0:4). Tyler Nelson leitete die Antwort der Hausherren ein (3:4) und nach seinem zweiten erfolgreichen Dreier, mit dem er erstmals auch die 1500 Zuschauer ins Spiel brachte, nahm Nürnbergs Trainer Vytatutas Buzas beim Stand von 10:4 seine erste Auszeit. Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden und schon das nächste Play bescherte AJ Davis freie Bahn zum Korb und den Falken den 10:6-Anschluss. Nürnberg war nun wieder auf der Höhe, ließ in der Folgezeit aber offensiv zu viel liegen und kam defensiv immer wieder einen oder zwei Schritte zu spät. Die Seawolves nutzten das aus und erarbeiteten sich nach zehn Spielminuten einen 6 Punkte-Vorsprung (23:17).

Nürnberg ohne Rhythmus


Die Falcons waren nun gefordert und eröffneten das zweite Viertel mit besserer Defense, sieben schnellen Punkten und der damit verbundenen 23:24-Führung. Bis zur 18 Spielminute und dem 40:41 durch Tim Köpple war es dann eine offene Partie, in der für Nürnberg durchaus mehr drin gewesen wäre, hätte man im Abschluss das eine oder andere Mal zu überhastet agiert. Es sollten die letzten Falcons-Punkte in diesem Viertel sein, das Rostock mit einem 10:0-Run schloss und zur Pause 50:41 in Front lag. Nach dem Seitenwechsel galt es nun erneut auf einen Rückstand zu reagieren, was sich aber als nicht so einfach herausstellte, zumal bei den Seawolves mehrere Spieler von außen heißliefen – allen voran Chris Carter. Er sorgte mit einem erfolgreichen Dreier für eine zweistellige Führung der Gastgeber (56:45) für die es von nun an kein Halten mehr gab. Nürnberg konnte in dieser Phase nur noch reagieren und verlor sowohl den eigenen Rhythmus als auch komplett den Zugriff auf das Spiel. Die Truppe von Christian Held war in allen Belangen überlegen und konnte nur durch die Viertelsirene gestoppt werden. So ging es beim Stand von 76:55 in den Schlussabschnitt.


Rostock trifft alles

Dort war dann in der Tat ein Aufbäumen der Falcons zu sehen. Jedoch stiegen mit jedem erfolgreichen Rostocker Korb die Stimmung in der Halle und das Selbstvertrauen des Aufstiegsfavoriten weiter an, sodass nun auch die „ganz wilden Dinger“ ihren Weg in den Nürnberger Korb fanden. Die Führung wuchs zwischenzeitlich auf 37 Zähler. Die Partie war entschieden und nach 40 Spielminuten stand ein deutlicher 105:70-Heimsieg der ROSTOCK SEAWOLVES auf der Anzeigetafel. Es war die erste Niederlage im Kalenderjahr 2022 für die Nürnberg Falcons und für die Hausherren eine gute Rehabilitierung von der unglücklichen Heimniederlage gegen Leverkusen. Vytautas Buzas ordnetet die Partie folgendermaßen ein: „Es war ein schwieriges Spiel für uns, weil wir Rostock weder physisch noch psychisch matchen konnten. Sie haben gezeigt warum sie zu Recht dort stehen wo sie stehen. Wir müssen aus dieser Niederlage lernen und begreifen, dass auf diesem Level jeder für die Mannschaft in die Bresche springen muss. Jeder hat bereit zu sein, sich in schwierigen Phasen zu zeigen. Als Underdog – und genau das ist das was wir nach wie vor in sind – müssen wir in jedem Spiel hungrig sein und das auch verkörpern. Wenn wir aber vorher zu sehr auf die Tabelle schauen, uns darauf ausruhen oder uns zu sehr über die jüngste Siegesserie freuen, sind wir auf dem Feld nicht wir selbst. Und es geht da nicht ums Gewinnen oder Verlieren sondern um die Art und Weise wie wir spielen.“ Die nächste Chance, es besser zu machen, haben die Nürnberg Falcons am kommenden Samstag bei den wiha Panthers Schwenningen.


Punkteverteilung Nürnberg Falcons: McBrayer 14 Pts., Nyama 13 Pts., Davis & Maier je 11 Pts., Taylor 8 Pts., Köpple 6 Pts., Price 5 Pts., Feneberg 2 Pts., Maukner r0 Pts.


Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 10 (+1), Defensiv-Rebounds 33 (-5), Assists 11 (-10), Steals 3 (-4), Turnover 11 (+5), Blocks 4 (+1), Fouls 25 (+4)


(Foto by Stefan Junghanns)