Nürnberg Falcons verpassen Sensation gegen Rostock

Nürnberg - Die Nürnberg Falcons haben ihr gestriges Heimspiel gegen die ROSTOCK SEAWOLVES in der BARMER 2. Basketball Bundesliga knapp mit 76:82 (38:39) verloren. Dabei verlangten die Mittelfranken dem Top-Team aus Mecklenburg-Vorpommern alles ab und waren lange Zeit selbst auf dem besten Weg, die Partie gegen den Tabellendritten der ProA für sich zu entscheiden. In der Crunchtime konnten die Gäste dank ihrer individuellen Klasse jedoch das Spiel drehen und Nürnberg fehlten am Ende das Glück und die Kaltschnäuzigkeit, den Favoriten zu stürzen und für eine kleine Sensation zu sorgen.

Hätte jemand den Nürnberg Falcons vor dem Heimspiel gegen Rostock gesagt, dass sie über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft sein, zwischenzeitlich mit 10 Punkten führen und das Top-Team am Rande einer Niederlage bringen würden, hätten sie das nicht wirklich für möglich gehalten. Ohne Jackson Kent, Manuel Feuerpfeil und Leo Trummeter nahm es das Team von Ralph Junge am Samstagabend mit den ROSTOCK SEAWOLVES auf. Die Gäste kamen mit vier Siegen in Folge und einem Kader der Spitzenklasse in die Noris. Von einem Klassenunterschied war in der Anfangsphase der Partie aber nichts zu sehen. Die Falcons spielten furchtlos, intensiv und konterten den 6:0-Run der Wölfe ihrerseits mit sieben Punkten am Stück (7:6). Nürnberg trat als Team auf und konnte in Person von Jonathan Maier quasi mit der Viertelsirene auf 21:24 stellen.

Nürnberg Falcons drehen nach der Pause auf


Viertel 2 gestalten die Mittelfranken ebenfalls ausgeglichen. Zwar hatte man defensiv Probleme mit dem starken Till Gloger, offensiv hielt man aber mit schönen Spielzügen und guter Reboundarbeit dagegen. Den 7 Punkte-Rückstand nach gut 17 Spielminuten verkleinerten die Falcons Zähler um Zähler und Tra Holder setzte mit seinem Buzzer Beater zum 38:39 ein deutliches Ausrufezeichen. Mit dieser Score ging es auch in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel kamen die Falcons deutlich besser aus der Kabine und die Rostocker Führung war schnell passé. Es war das Viertel der Falken, die nach einem spektakulären Dunk von Jonathan Maier mit 62:53 vorne lagen. Nicht nur das Kommentatoren-Duo Wörlein/Bertram war beeindruckt, die Gäste waren es auch, schicken aber gegen Ende des dritten Viertels ein deutliches Lebenszeichen in Form eine 5:0-Runs, der das Team von Dirk Bauermann nach 30 Spielminuten wieder in Schlagdistanz brachte (62:58).


Rostock dreht das Spiel


Es war also alles bereit für ein spannendes Schlussviertel und beste Basketball-Unterhaltung auf Sportdeutschland TV. Mario Kegler durfte es mit einem schönen Jumper aus der Mitteldistanz eröffnen (64:58) und wenig später auch von außen einnetzen (70:62), was die Rostocker Bank prompt zum Anlass für eine Auszeit nahm. Es war die Wende im Spiel und der Auftakt für einen 13:0-Run der Wölfe - angeführt von Chris Carter und Trevor Lacey, abgeschlossen von Jarelle Reischel (70:75). Die Falcons waren angezählt, ließen sich jedoch nicht entmutigen und blieben dran. Martin Bogdanov verkürzte zweieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wieder auf drei Zähler (74:77) und wenig später hatten die Mannen von Ralph Junge mehrfach die Chance auszugleichen oder selbst wieder in Führung zu gehen. Doch es sollte nicht sein, denn Rostock traf im Gegensatz zu den Gastgebern die eigenen Freiwürfe und konnte sich so mit 76:82 durchsetzen.


„Können stolz auf diese Leistung sein“

Nürnbergs Trainer ärgerte sich über die verpasste Sensation, lobte aber den couragierten Auftritt seiner Mannschaft: „Sehr schade, dass wir uns hier nicht selbst belohnen konnten. Ich denke, dass wir seit dem Leverkusen-Spiel auf einem deutlich besseren Level spielen und agieren. Heute haben wir eines der besten Teams phasenweise dominiert und an den Rand einer Niederlage gebracht. Leider ging uns im Schlussviertel die Puste aus und Rostock hat mit seiner individuellen Klasse die Partie gedreht. Wir können nichtsdestotrotz stolz auf diese Leistung sein.“


Punkteverteilung Nürnberg Falcons: Holder 23 Pts., Maier 13 Pts., Bogdanov 10 Pts., Kegler & Daubner je 8 Pts., Pongó 6 Pts., Sanders 5 Pts., Schröder 3 Pts., Fischer & Feneberg je 0 Pts.

Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 11 (+/-0), Defensiv-Rebounds 35 (-2), Assists 15 (-1), Steals 3 (-6), Turnover 15 (+1), Blocks 4 (+2), Fouls 24 (-1)

(Foto by Sportfoto Zink)